Aktien auf Kredit kaufen: In Krisenzeiten Vorteile nutzen? Vor- & Nachteile

Für viele die Todsünde des Investierens, für andere die Möglichkeit bei einem niedrigen Kurs richtig Kasse zu machen. Der Kauf von Aktien auf Kredit ist eines der kontroversesten Themen, wenn es um den Aktienhandel geht. Welche Vor- und Nachteile diese Methode mit sich bringt, schlüsseln wir in diesem Artikel auf.

Kredit für Aktien aufnehmen?

Aufgrund der Dynamik des Aktienmarktes ergeben sich immer wieder Gelegenheiten günstig in den Aktienmarkt einzusteigen wie z.B nach der Finanzkrise 2008 oder nach dem Einbruch der Aktienkurse durch das Coronavirus.

Kurssprünge von 10, 20 oder 50 % möchte man sich nicht entgehen lassen. Wenn alle Rücklagen aber bereits investiert sind oder man selbst nicht darauf zugreifen kann, liebäugelt wohl jeder Anleger mit dem Gedanken von Aktien auf Kredit. Jedoch ist ein solches Geschäft mit einigen Risiken verbunden. Bevor man sich für einen Kredit entscheidet, muss man sich im Klaren über die möglichen Risiken sein.

Die folgenden Erläuterungen zu den Vor- und Nachteilen sollen bei der Meinungsbildung helfen, um schließlich selbst eine eigene Entscheidung zu treffen.

Aktien Kredit

Was für Aktien auf Kredit spricht: Mehr Rendite durch kluges Traden

Die positiven Aspekte des Aktienkaufs auf Kredit sind in erster Linie abhängig von der aktuellen Marktsituation in Verbindung höherer Investitionsmöglichkeiten.

Tipp: In Krisenzeiten oder zu einem Börsencrash lohnt sich die Investition in Aktien oder ETFs. Vor allem ein ETF Sparplan bietet die Balance zwischen Diversifikation, Rendite und Krisensicherheit.

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1. Größeres Handelsvolumen: Besserer Hebel

Mit einem Kredit erhöht man gleichzeitig das eigene Kapital, wodurch größere Summen von Aktien gekauft werden können. Dadurch steigen potenzielle Dividendenzahlungen ungemein, Kursgewinne wirken um ein Vielfaches. Gleichzeitig fallen die Transaktionskosten bei hohen Aktienkäufen nicht so sehr ins Gewicht wie bei einem geringeren Ordervolumen.

2. Günstige Chancen nutzen: In der Krise günstig Einkaufen

Entscheidet man sich für einen Kredit, muss man den Geldbetrag inklusive Zinsen zurück bezahlen. Betrachtet man aber zum Beispiel die Kursgewinne von Amazon innerhalb der letzten fünf Jahre, ergibt sich ein Wachstum von ca. 424 %. Im deutschen Raum schaffte es der Pharmazulieferer Sartorius auf ein überdurchschnittliches Plus von 537 %.

Ein Investment von 10.000 Euro in Amazon vor fünf Jahren wäre heute vor Abzug der Steuern 42.400 Euro Wert. Den Kredit von 10.000 Euro hätten Sie somit um ein Vielfaches zurückgewonnen. Ähnliches gilt bei starken Kurseinbrüchen. Kauft man im Tief eines Unternehmens Aktien auf Kredit, dann profitiert man am meisten von einer Kurserholung oder einem potenziellen Kurswachstum, da mehr Geld eingesetzt werden konnte.

Tipp: Bei einem Börsencrash aufgrund von externen Faktoren (z.B. zuletzt durch das Coronavirus) und keinem nachhaltigen wirtschaftlichen Zusammenbruch, kann sich der Kauf von Aktien auf Kredit lohnen. Mit der nötigen Erfahrung und Markttiming zahlen Sie den Kredit schneller zurück und können Gewinne mitnehmen. In unserem Kreditvergleich wählen Sie für einen Wertpapierkredit als Verwendungszweck „freie Verwendung“.

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Was gegen Aktien auf Kredit spricht: Unsichere Marktlage, Verschuldung & Psyche

Trotz der Vorteile ist eine geplante Vorgehensweise sehr wichtig, wenn es um Kredite geht. Das gilt nicht nur bei Verbraucherkrediten. Vielmehr sind risikoreiche Spekulationen oder emotionales Handeln an der Börse die Ursache für eine hohe Verschuldung.

1. Unsichere Prognosen: Marktlage ist selbst für Experten schwer einzuschätzen

An der Börse heißt es: Rendite kommt von Risiko. Anleger die Aktien auf Kredit kaufen, spekulieren auf einen starken Kursanstieg. Die Rendite ist zwar möglicherweise höher, das Risiko hat sich aber um denselben Faktor erhöht. Nicht das eigene Kapital steht auf dem Spiel, sondern Fremdkapital, das man per Definition nicht besitzt.

Zudem kann niemand vorhersehen, dass eine Aktie einen so außerordentlichen Gewinn erzielt, wie Amazon oder Sartorius. Leichtere, stetige Kursgewinne verringern dabei die eigentliche Nettorendite, da der Kredit noch abbezahlt werden muss. Die Gewinne müssen also außerordentlich hoch sein, damit es sich lohnt. In Wirklichkeit sind solche Wertpapiere die Ausnahme. Der Markt ist irrational und nicht zu berechnen. Die Wahrscheinlichkeit mit einer Spekulation falsch zu liegen, ist wesentlich höher, als das richtige Investment zu treffen.

Aktien Schulden

2. Schuldenspirale: Hohes Risiko bleibt

Nicht selten folgt aus einem Kredit die bekannte Schuldenspirale. Ist der gesetzte Kreditrahmen für den Anleger nicht genug, wird weiter aufgestockt – man riecht das schnelle Geld.
Problematisch ist es aber, wenn die Kurse schneller fallen als gedacht und der Kredit nicht mehr bezahlt werden kann. Des Weiteren möchte man die gemachten Verluste gerne wieder aufholen, das verlorene Geld wieder zurück gewinnen. Auf Kredit folgt somit Kredit und Kredit. Die Schuldenspirale hat ihr größtes Ausmaß erreicht. Infolgedessen steht einem nicht nur der Totalverlust ins Haus, sondern ebengleich eine hohe Verschuldung mit dazu.

3. Psychische Komponente: Aus Angst zu früh verkaufen

Der Aktienmarkt ist geprägt von starken Kursschwankungen. Hohe Kursabfälle sind die Regel und stellen so manchen Anleger vor schlaflose Nächte. In solchen Momenten ist der Einfluss von psychischen Faktoren am größten. Rationalität rückt dabei häufig in den Hintergrund. Die Verlustängste sind groß und Aktientitel werden frühzeitig mit Verlust verkauft. Bei Aktien auf Kredit wirken diese Ängste umso mehr, weil das Geld schließlich nicht aus der eigenen Tasche kommt. Für hartgesottene Hedgefonds-Manager wird das wohl weniger ein Problem sein, für den Hobbyanleger jedoch schon.

Aktien auf Kredit ist nichts für Anfänger!

Wer Aktien auf Kredit kauft, weiß was er tut – zumindest sollte er das. Gängige Fehler beim Kredit sollten Sie vermeiden.

Auf Kredit Wertpapiere kaufen ist für niemanden geeignet, der das Investieren erst für sich entdeckt hat. Kursschwankungen zu antizipieren ist ein schwieriges Unterfangen, das man nicht unterschätzen darf. Selbst die besten Investoren raten deswegen von einem Kauf von Aktien auf Kredit ab. Auf der anderen Seite gab es und wird es auch immer Kurssprünge geben. Wer Erfahrungen gesammelt hat, dem empfiehlt sich ein Kredit für Aktien.

Tipp: Einen guten Überblick über mögliche Kredite erhalten Sie über unseren unabhängigen Kreditvergleich. Mit der entsprechenden Kreditsumme und Laufzeit tragen Sie als Verwendungszweck „Freie Verwendung“ ein. Daraufhin werden die besten Angebote für Sie herausgesucht.

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Die Alternative: ETFs, Aktien & Sparpläne

Viele Anleger vertrauen heute auf ETF Sparpläne, Sparpläne auf Aktien oder Fonds. Hier werden regelmäßig Anteile an einem Wertpapier gekauft. Durch den Kauf in Krisenzeiten als auch hohen Märkten entsteht ein Durchschnittspreis. Auf lange Sicht steigen die Märkte. Mit einem ETF Sparplan haben Sie wenig Aufwand, eine hohe Diversifikation und eine durchschnittliche Renditeerwartung von ca. 8% pro Jahr. Die Investition in Wertpapiersparpläne kann ein sicherer Weg in den Aktienmarkt sein.

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Fazit

Möchte man seine Aktiengeschäfte auf eine neue Stufe bringen, sind Kredite eine hervorragende Wahl. Durch größeres Kapital vergrößert man seine Gewinnchancen. Umgekehrt wird das Risiko um denselben Wert erhöht. Aktien auf Kredit zu kaufen ist deswegen nicht für jeden geeignet. Es braucht Erfahrung, Durchhaltevermögen sowie innere Ruhe. In Abwägung der Chancen und Risiken muss man schließlich eine eigene Entscheidung treffen.

Vielen Dank an Alexas_Fotos für das Titelbild (© Alexas_Fotos / pixabay.com).

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