Nachfinanzieren: Wie die Nachfinanzierung funktioniert & 4 Tipps zur VermeidungNeutralität mutual geprüft

Viele verschiedene Faktoren können die Kosten für den Hausbau beeinflussen. Nicht selten sind Wasser-/Sturmschäden oder steigende Materialkosten für einen Baustopp verantwortlich. Was tun, wenn die Baufinanzierung für den Hausbau nicht ausreicht? Nachfinanzieren. Was eine Nachfinanzierung ist, erklären wir hier in diesem Artikel.

Das Wichtigste in Kürze
  • Wenn das Geld bei der ersten Baufinanzierung nicht ausreicht, kann eine Nachfinanzierung beantragt werden.
  • Die Nachfinanzierung kann bei der Bank, wo Sie die erste Finanzierung abgeschlossen haben, oder bei einer anderen Bank beantragt werden.
  • Das Nachfinanzieren ist kostspielig und die Zinsen sind höher als bei der Erstfinanzierung.
Wie Sie vorgehen können
  • Fragen Sie bei ihrer Bank, wo Sie die Erstfinanzierung erhalten haben, ob eine Nachfinanzierung möglich ist.
  • Informieren Sie sich zusätzlich bei Kreditportalen wie smava oder Dr. Klein Immobilienfinanzierung.
  • Wenn die Bank eine Nachfinanzierung absagt oder die Kosten zu hoch sind, können Sie immer noch auf ein anderes Angebot der Vergleichsportale zurückgreifen. Weitere Baufinanzierungsangebot finden Sie in einem anderen Artikel.
  • Nutzen Sie etwa den Finanzierungsrechner von Interhyp, um einen ersten Einblick zu bekommen.
  • Versuchen Sie eine Nachfinanzierung zu vermeiden, indem Sie die Kosten für das Bauvorhaben großzügig kalkulieren, nicht so wichtige Aufgaben aus dem Bauplan streichen oder ein privates Darlehen von Verwandten oder Freunden zur Überbrückung aufnehmen.

Was ist eine Nachfinanzierung?

Sie haben eine Baufinanzierung abgeschlossen und einen Teil auch über ein Förderdarlehen (Bsp. KfW) abgewickelt. Leider sind die Kosten massiv gestiegen und das Geld reicht nicht aus, um die Kosten für den Bau zu decken.

Eine Nachfinanzierung ist die Möglichkeit, einen Kredit aufzustocken, um einen Baustopp zu verhindern und auf gestiegene Baupreise zu reagieren.

Gründe, warum die Baukosten steigen können

  • Steigende Materialkosten
  • Schlechte Berechnung der Baukosten
  • Wasserschaden
  • Sturmschaden

Was ist der Unterschied zwischen Anschlussfinanzierung und Nachfinanzierung?

Eine Nachfinanzierung wird abgeschlossen, wenn Sie zusätzliche Extragelder für die Baufinanzierung benötigen. Bei einer Anschlussfinanzierung wird ein neuer Vertrag abgeschlossen, der häufig mit neuen Konditionen daher kommt. Die Anschlussfinanzierung soll die Restschuld der Erstfinanzierung begleichen (hier unser Artikel über Umschuldung des Immobilienkredits).

Die Anschlussfinanzierung wird deshalb verwendet, da normale Immobiliendarlehen eine Zinsbindung von 5-15 Jahren besitzen. Da nach dieser Laufzeit oft noch eine Restschuld übrig ist, wird eine Anschlussfinanzierung abgeschlossen, um Kosten zu sparen und günstige Zinsen zu erhalten.

Mögliche Nachteile beim Nachfinanzieren

Wer einmal falsch kalkuliert, muss mit höheren Gebühren (z.B. neue Grundschuld) durch und Zinsen rechnen. Die Nachteile bei der Nachfinanzierung können vielseitig sein:

  • Kosten durch Bearbeitungsgebühren, neue Grundschuldbestellung (Kosten für Notar, wenn Kredit bei neuer Bank beantragt wird)
  • Je nach Marktlage deutlich höhere Zinsen und schlechtere Konditionen für die Nachfinanzierung
  • Höhere finanzielle Belastung, da sich die Rate für den Kredit(e) erhöht

Ab wann kann man nachfinanzieren?

Wenn die bestehende Finanzierung nicht ausreicht, dann können Sie nachfinanzieren. Theoretisch ist eine Nachfinanzierung immer möglich, wenn Sie den Sachverhalt begründen. Sprechen Sie mit dem Anbieter bzw. der Bank, wo Sie bereits eine Finanzierung haben.

Kann eine Nachfinanzierung abgelehnt werden?

Leider ja. Anhand des Einkommens und den hinterlegten Sicherheiten wird die Bank errechnen, ob Sie sich die Nachfinanzierung leisten können. Ist die Bank der Meinung, dass Sie sich die zusätzliche Finanzierung nicht leisten können, dann kann der Antrag abgelehnt werden.

Wie viel kostet eine Nachfinanzierung?

Neben den eigentlichen Zinsen kann eine Nachfinanzierung schnell teuer werden.

Hier ein paar Beispiele, wie sich die Banken eine Nachfinanzierung bezahlen lassen:

  • Kleindarlehensaufschlag da Darlehenssumme niedriger als Erstfinanzierung
  • Zusätzliche Gebühren für Kostenschätzung
  • Bei Nachfinanzierung über andere Bank Notarkosten wegen Grundbucheintrag
  • Höhere Zinsen als bei Erstfinanzierung, weil oft Beleihungswert überschritten wird

Wie hoch sind die Zinsen für eine Nachfinanzierung?

Die Bauzinsen können schnell schwanken. Eine Finanzierung kann deshalb schnell höhere Zinsen aufweisen, wenn man einige Zeit wartet. Die Zinsen sind von Bank zu Bank unterschiedlich. Jedoch steht fest, dass eine Nachfinanzierung fast immer höhere Zinsen hat als die Erstfinanzierung.

Bei den Zinsen einer Nachfinanzierung spielt auch der Beleihungswert eine entscheidende Rolle. Der Beleihungswert ist der Wert, den die Bank vermutlich bei einer Versteigerung der Immobilie erhalten würde. Der Wert liegt normalerweise bei ca. 70 bis 90% des Kaufpreises.

Liegt die Kreditsumme mit Erstfinanzierung über dem Beleihungswert, steigen die Zinsen für den Kredit.

Richtig nachfinanzieren: So können Sie vorgehen

In kurzen Schritten hier die Vorgehensweise, wie Sie einen Kredit nachfinanzieren können:

  1. Fragen Sie bei der Bank an, wo Sie die ursprüngliche Finanzierung erhalten haben.
  2. Vergleichen Sie parallel weitere Angebote für einen Ratenkredit über einschlägige Kreditvergleichsportale. Hierfür können Sie unseren Kreditvergleich verwenden. Oder Sie nutzen z.B. Dr. Klein Immobilienfinanzierung. Auch der Finanzierungsrechner von Interhyp bietet gute Konditionen. Lesen Sie hier mehr über die Interhyp Erfahrungen.
  3. Halten Sie für die Nachfinanzierung alle wichtigen Dokumente parat:
    • Einkommensnachweis
    • Aufstellung der Kosten für fehlende Bautätigkeiten
    • Am besten eine Bestätigung über den Betrag der Baufinanzierung von dem Bauträger oder Architekten
  4. Im Idealfall erhalten Sie bei der Bank, wo Sie bereits die Baufinanzierung abgeschlossen hatten, einen guten Zins. Werden Sie abgelehnt oder die Zinsen sind zu hoch, dann ist der Weg über einen neuen Anbieter ebenfalls möglich.
  5. Wenn Sie überall abgelehnt werden oder die Kosten einfach zu hoch sind, könnten Sie ein Darlehen von Familie, Freunden oder Verwandten annehmen.
Tipp: In einem anderen Artikel haben wir beschrieben, wie Sie den passenden Kredit bei einem Vergleichsportal finden.

Nachfinanzierung vermeiden: 4 Tipps

Um dem teuren Nachfinanzieren aus dem Weg zu gehen, müssen Sie bei der Planung anfangen und bei den essentiellen Kosten aufhören.

Hier sind ein paar Tipps, damit Sie eine Nachfinanzierung vermeiden können:

1. Großzügig planen

Vor Baubeginn sollten Sie alle Möglichkeiten einbeziehen und die Finanzierungssumme nicht zu knapp kalkulieren.

Es gibt extra Finanzierungen mit kostenloser „Reserveoption“. Bei Bedarf kann zusätzliches Geld abgerufen werden. Summen von bis zu 10.000-20.000 Euro für die Reserveoption sind die Regel.

2. Möglichen Plan B parat haben

Eine Baufinanzierung muss immer gut überlegt sein. Bereiten Sie einen Plan B vor, um eine Finanzierungslücke auszugleichen. Auch das Zurückhalten von Geldern, um im Notfall einzugreifen, wäre denkbar.

3. Änderung der Bauplanung

Um eine Nachfinanzierung zu vermeiden, können Sie die Bauplanung abändern. Nicht notwendige Arbeiten wie die Gestaltung von Garten, Bau eines Brunnens oder eine Garage können zumeist eingespart werden. Diese Einsparungen können ausreichen, um eine Nachfinanzierung zu vermeiden.

4. Kurze Finanzierungslücke überbrücken

Fehlen nur ein paar Tausend Euro oder Sie müssen nur wenige Monate auf die Zuteilung eines Bausparvertrags warten, dann wäre ein kleiner Sofortkredit eine gute Wahl. Alternativ fragen Sie einen Freund oder Verwandte nach einer kleinen Geldspritze, um den Zeitraum zu überbrücken.

Fazit: Das Nachfinanzieren ist ein Mittel zum Zweck

Trotz ausführlichster Kalkulationen können manche Ereignisse nicht geplant werden. Neben Naturkatastrophen sind auch private Angelegenheiten oft Ursache für eine Nachfinanzierung.

Der Vergleich der Kreditkonditionen anderer Anbieter kann sich für Sie lohnen, wenn ihre Bank ein schlechtes Angebot vorlegt.

Wird ihre Anfrage für eine Nachfinanzierung abgelehnt, dann können Sie versuchen, Kosten durch die Einsparung von nicht relevanten Baumaßnahmen zu reduzieren. Kleine finanzielle Engpässe können auch durch einen privaten Kredit (Freunde, Familie, Verwandte) abgefangen werden.

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